Die Zeit vergeht – doch die Verhandlung bleibt aus
Jahre vergehen – und noch immer warten wir
Es ist inzwischen so viel Zeit vergangen.
Zeit, in der sich unser Leben verändert hat.
Zeit, in der wir gehofft, gekämpft, geschrieben, gewartet und immer wieder versucht haben, gehört zu werden.
Und dennoch ist es bis heute zu keiner Verhandlung vor dem zuständigen Gericht in Chemnitz gekommen.
Wie lange kann man warten?
Wir wissen, dass Gerichtsverfahren Zeit benötigen können.
Wir wissen auch, dass Gerichte viele Verfahren bearbeiten müssen und Entscheidungen nicht von heute auf morgen getroffen werden.
Doch irgendwann stellt sich zwangsläufig die Frage:
Wie lange soll ein Mensch auf eine gerichtliche Klärung warten?
Denn hinter einer Akte stehen keine bloßen Seiten Papier.
Dahinter stehen Leben.
Erinnerungen.
Verluste.
Und in unserem Fall vor allem Lebewesen, die nicht unbegrenzt Zeit haben.
Unsere Hunde konnten nicht darauf warten, dass irgendwann einmal ein Gericht über das Geschehene verhandelt.
Unsere Hunde hatten diese Zeit nicht
Für uns ist die enorme Dauer dieses Verfahrens besonders schwer zu ertragen.
Unsere Hunde wurden älter.
Monate wurden zu Jahren.
Und während das Verfahren weiter auf seine Verhandlung wartet, ist die Zeit für unsere Hunde einfach weitergelaufen.
Von einigen unserer Hunde wissen wir inzwischen, dass sie nicht mehr leben.
Bei anderen wissen wir nicht, ob sie heute überhaupt noch am Leben sind.
Allein dieser Gedanke schmerzt unbeschreiblich.
Denn während Akten liegen können, während Termine verschoben werden können und während ein Verfahren warten kann, kann man Lebenszeit nicht anhalten.
Zeit lässt sich nicht zurückgeben
Kein Gericht dieser Welt kann später die vergangenen Jahre zurückgeben.
Niemand kann verlorene gemeinsame Zeit nachholen.
Niemand kann einen Hund noch einmal in den Arm nehmen, wenn er inzwischen verstorben ist.
Niemand kann die Spaziergänge zurückholen, die es nicht gegeben hat.
Die Abende auf dem Sofa.
Das vertraute Geräusch kleiner Pfoten.
Den Blick eines Hundes, der genau weiß, wo er hingehört.
All diese scheinbar kleinen Dinge sind für uns niemals Kleinigkeiten gewesen.
Sie waren unser Leben.
Wir haben sie nicht vergessen
Manchmal könnte vielleicht der Eindruck entstehen, dass mit jedem vergangenen Jahr auch die Erinnerung schwächer wird.
Das Gegenteil ist der Fall.
Wir denken noch immer an unsere Hunde.
Wir erinnern uns an ihre Eigenheiten, ihre Blicke, ihre Stimmen, ihre Gewohnheiten.
An die Plätze, an denen sie geschlafen haben.
An die Art, wie jeder Einzelne von ihnen begrüßte.
An ihre kleinen Macken.
An ihre Wärme.
An das Gefühl, wenn sie sich an uns gekuschelt haben.
Sie waren keine Gegenstände.
Sie waren keine Nummern.
Und sie waren ganz sicher keine Randnotiz in irgendeiner Gerichtsakte.
Sie waren unsere Familie.
Auch das Warten hinterlässt Spuren
Ein solches Verfahren bedeutet nicht nur, auf eine gerichtliche Entscheidung zu warten.
Es bedeutet auch, immer wieder mit dem Geschehenen konfrontiert zu werden.
Man kann keinen wirklichen Abschluss finden.
Man kann das Kapitel nicht einfach schließen.
Denn die entscheidenden Fragen sind bis heute nicht vor Gericht verhandelt worden.
So bleibt man zwischen Vergangenheit und Gegenwart hängen.
Mit Unterlagen.
Mit Erinnerungen.
Mit Bildern.
Mit Fragen.
Und mit einer Hoffnung auf Gerechtigkeit, die sich mit jedem weiteren Jahr schwerer anfühlt.
Für uns ist es nicht einfach „lange her“
Vielleicht mag das alles für Außenstehende inzwischen weit zurückliegen.
Für uns nicht.
Denn Verlust hat kein Ablaufdatum.
Liebe hat kein Ablaufdatum.
Und auch die Frage nach Verantwortung verliert nicht deshalb ihre Bedeutung, weil Jahre vergehen.
Zeit macht aus Unrecht nicht automatisch Recht.
Und Zeit lässt auch die Erinnerung an diejenigen nicht verschwinden, um die es von Anfang an ging.
Unsere Hunde.
Wir warten noch immer
Wir wissen nicht, wann es endlich zu einer Verhandlung kommen wird.
Wir wissen nicht, wie viele weitere Monate vergehen werden.
Aber eines wissen wir:
Wir werden unsere Hunde nicht vergessen.
Nicht diejenigen, von denen wir wissen, dass sie inzwischen verstorben sind.
Nicht diejenigen, von denen wir nicht wissen, wie es ihnen heute geht.
Und auch nicht all die gemeinsamen Jahre, die uns genommen wurden.
Wir hätten uns gewünscht, dass viele dieser Fragen geklärt worden wären, solange unsere Hunde noch lebten.
Diese Möglichkeit besteht für einige von ihnen heute nicht mehr.
Und genau deshalb schmerzt jede weitere Verzögerung.
Ihr fehlt. Jeden einzelnen Tag.
Vielleicht vergeht die Zeit.
Vielleicht werden Akten älter.
Vielleicht verblassen für andere irgendwann Namen und Ereignisse.
Für uns aber nicht.
Wir erinnern uns.
Wir lieben Euch.
Wir vermissen Euch.
Und wir werden weiterhin dafür kämpfen, dass das, was geschehen ist, nicht einfach irgendwann unter einem Berg aus Akten und vergangenen Jahren verschwindet.
Denn auch wenn Eure Stimmen nicht gehört werden können – wir werden Euch unsere Stimme geben.
Für Euch.
Für die Wahrheit.
Für die Erinnerung.
Und für die Gerechtigkeit.
Unsere Stammhunde – jeder Einzelne unvergessen
In den kommenden Beiträgen möchten wir deshalb jeden unserer Stammhunde noch einmal ganz persönlich vorstellen – so, wie er wirklich war. Mit seinem eigenen Charakter, seinen besonderen Eigenheiten, seinen kleinen Macken, seinen Vorlieben und all den Erinnerungen, die ihn für uns unverwechselbar gemacht haben. Jeder von ihnen hatte seine ganz eigene Persönlichkeit, seine eigene Geschichte und einen festen Platz in unserem Leben und in unserer Familie. Wir möchten erzählen, wer sie waren, wie wir sie erlebt haben und warum jeder Einzelne von ihnen für uns etwas ganz Besonderes war und bis heute geblieben ist. Denn hinter jedem Namen steht ein Leben, eine Geschichte – und unendlich viele Erinnerungen, die niemals verloren gehen werden.

